Willkommen bei der Lesebühne Schiefertafel

Informieren Sie sich über unsere Veranstaltungen oder erfreuen Sie sich einfach an unseren eingestellten Texten.

 

Zu der 2015 gegründeten Lesebühne Bacharach stießen im Jahr 2016 weitere Autoren und Autorinnen aus der Region Rhein-Hunsrück. Die so entstandene Gruppe gab sich den Namen Lesebühne Schiefertafel und formierte sich zu einem lockeren Verbund mit der Zielsetzung, sich regelmäßig über Literatur auszutauschen, Literatur zu schaffen und regionale Literatur bekannt zu machen. Aktivitäten erwachsen aus der Kreativität der AutorInnen und werden im Konsens erarbeitet. Herausgekommen sind bisher einige Lesungen, regelmäßige Literatur-Stammtische und die Anthologie „Zeit zu reden“.

Das Land und die Menschen, die in der Region leben, sind eine ergiebige Quelle für Literatur, und jeder, der Freude am Schreiben hat, ist herzlich willkommen.

 

Das Selbstverständnis der Gruppe hat Johannes Aufgebauer in Worte gefasst: 

Hunsrück, Taunus, Mittelrhein

verbunden sind durch Schieferstein.

Wir leben auf Schiefer,

wir schreiben darauf,

erzählen und dichten

vom Lebenslauf.

 

Die Schiefertafel lädt euch ein zu schreiben, zu lauschen, dabei zu sein.


Lesebühne-Mitglieder beim Austausch (von links): Helga Andrae, Bernd Dochnahl, Margret Drees, Gisela Kassel und Susanne Horn. Bei den gemeinsamen Treffen sind alle Genres erlaubt. (Foto: Jochen Werner)
Lesebühne-Mitglieder beim Austausch (von links): Helga Andrae, Bernd Dochnahl, Margret Drees, Gisela Kassel und Susanne Horn. Bei den gemeinsamen Treffen sind alle Genres erlaubt. (Foto: Jochen Werner)

 

Danke Jochen Werner von der Allgemeinen Zeitung für diesen schönen  Bericht (31.01.2020)

BACHARACH - Bücher und Gedichte schreiben, sich als Autor präsentieren, das zu Papier Gebrachte vortragen. Das sollten nicht nur andere können, das konnten auch sie. Helga Andrae, Friedrich G. Paff, Dr. Wolfgang Dahlke und Hubertus Becker fanden vor fünf Jahren zusammen, gründeten zwang- und formlos die „Lesebühne Bacharach“. Schnell stießen sie auf Gehör und auf Gleichgesinnte aus der gesamten Region. Ein Jahr nach den ersten Treffen war die Gruppe deutlich angewachsen, wurde der Name in „Lesebühne Schiefertafel“ geändert.

Das Selbstverständnis der Gruppe fasste Johannes Aufgebauer in Worte: „Hunsrück, Taunus, Mittelrhein verbunden sind durch Schieferstein. Wir leben auf Schiefer, wir schreiben darauf, erzählen und dichten vom Lebenslauf.“ Aktuell haben sich 14 Autoren zusammengetan, treffen sich an jedem zweiten Samstag im Monat zum Austausch über Literatur und um das Selbstgeschriebene der Kritik zu stellen. Literatur schaffen und regionale Literatur, auch in Mundart, bekannt zu machen sind ihre Ziele. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

„Wir sind kein Verein“, erklärt Helga Andrae, einziges Gründungsmitglied, das noch regelmäßig bei der Gruppe ist, diese gewissermaßen zusammen mit Josef Peil und Susanne Horn anführt, und ergänzt: „Wer Freude am Schreiben hat und seine Sachen unters Volk bringen möchte, ist willkommen.“ Vorgefertigte Muster gibt es nicht. Horn macht klar: „Die Gruppe ist für den Austausch und den Blick über den Tellerrand Gold wert. Keiner ist neidisch, alle helfen sich gegenseitig.“

 

Das Ergebnis sind Lesungen und Veranstaltungen, ob in Gruppen oder einzeln, sind regelmäßige Literatur-Stammtische und ist die Anthologie „Zeit zu reden“ mit insgesamt neun Lebensgeschichten. In der Lesebühne werden alle Genres abgedeckt, ob Lyrik, Krimis oder Kurzgeschichten, ob Autobiografisches oder Mutmachgeschichten, ob Historisches oder Aktuelles, ob Ernstes oder Lustiges. Meist übernimmt Andrae die Moderation, meist sind auch andere Kunstgattungen integriert. Oft unterstützt Saxofonistin Nina Speil die Gruppe bei Veranstaltungen. Die Programme seien immer aufgelockert und bunt, mit Essen und Trinken, oft mit Gesang oder Bildender Kunst verbunden sagt Susanne Horn und steht dafür ein, dass gar keine Langeweile aufkommen kann.

Die Programme haben meistens einen geschlossenen Charakter, werden bei gemeinsamen Aktivitäten normalerweise von Andrae zusammengestellt. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober des vergangenen Jahres hatte Paff ein Gedicht gegen Antisemitismus und Rassismus geschrieben: „Was hallt nach“. Darauf ging die Lesebühne wenige Wochen später in der Bacharacher Peterskirche ein und musste bei nicht allzu großer Resonanz bedauernd feststellen, dass viele Menschen von solch ernsten Themen nicht unbedingt berührt werden wollen.

Einen richtig großen Auftritt hatte die Gruppe anlässlich der Bacchanale in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Theater Willy Praml zum Abschluss des letztjährigen Festivals „An den Ufern der Poesie“. Mit dem Thema Mundart waren sie hier im Eingangsbereich des Rathauses im Rotlichtmilieu unterwegs. Dabei konnten die Autoren auch als Schauspieler beweisen, wie groß Flexibilität bei ihnen geschrieben wird.

Gros der Veranstaltungen spielt sich in Bingen ab

Was am 10. Oktober 2015 mit der ersten Lesung im Bacharacher Rheintheater begann, wurde mit den Jahren deutlich ausgeweitet. In Rheinböllen und Simmern, in Bad Kreuznach und Boppard, im Schinderhannes-Geburtsort Miehlen und Oberwesel hat sich die Gruppe einen Namen gemacht, eben laut Andrae „überall, wo wir willkommen sind“. Das Gros des öffentlichen Geschehens spielt sich mittlerweile in Bingen ab. Bei den „Geschichten am Kochtopf“ darf regelmäßig im Stift St. Martin mitgekocht werden. Der eigentliche Startschuss ins laufende Jahr erfolgt am 15. März mit Mundart-Texten im Rheinböller Café am Markt. Bereits am 7. März (19 Uhr) steht aber eine Lesung im Kempter Genussgarten, bei der außer Susanne Horn noch Karin Büchel und Markus Hoffmann dabei sind. Dass in der Lesebühne alles auf ehrenamtlicher Basis geschieht, ist selbstverständlich. Veranstaltungen werden immer unter einen guten Zweck gestellt.